In Bayern ist das Aufstellen eines Maibaums fest im Brauchtum und dessen Pflege verankert. Die Wurzeln dieses "Fruchtbarkeitssymbols" reichen bis in die Zeit der Altägypter zurück, wo sie nicht in Holz sondern in Steinform als Kultpfühle dienten.
Diese Tradition wird - wie in so vielen bayerischen Orten - auch in Kaldorf gepflegt.
Natürlich bedarf es bei einem Maibaumfest einer intensiven Planung und Vorbereitung. So werden z.B. die Kränze einige Tage vor dem Aufstellen von freiwilligen Helferinnen und Helfern von Hand gebunden. Zugleich muss am Festplatz ein Zelt nebst Feuerstelle aufgebaut werden, um so unseren Besuchern von Anfang an eine gemütliche Atmosphäe zu bieten.
Am Tag des Aufstellens geht es dann richtig zur Sache. Früh Morgens wird im nahelegenen Forst ein geeigneter Maibaum gesucht und anschließend "geschlagen". Bis auf die Spitze wird der Baum von seinem Geäst befreit und anschließend mit dem Traktor - und in Begleitung vieler Kinder - durch die Ortschaft zum Bestimmungsort gefahren.
Nachdem der Baum mit den o.g. Kränzen verziert wurde, schieben ihn mehrere Dutzend Männer in einem schweißtreibenden Akt mittels "Goisen" gen Himmel. Nach getaner Arbeit kann sich jeder Helfer, aber auch Besucher, an den Grillspezialitäten stärken und zugleich den bayerischen Gerstensaft aus Titting genießen.
Das Abendprogramm wurde bis 2004 von unserer Volkstanzgruppe bereichert. Unter der Leitung von Hans Meng studierten mehrere Tänzerinnen und Tänzer urbayerische, volkstümliche Tänze rund um den Maibaum ein. Dazu gehören der "Ochsentreiber", das "Hiatermadl" u.v.a. Lange Zeit leistete die Gruppe einen wertvollen Beitrag zu unserem Maibaumfest; und so es nicht verwunderlich wenn nach den Jahren der Anstrengungen eine "Schaffenspause" eingelegt wird. Weitere Informationen über unsere Volkstanzgruppe erfahren Sie unter der Rubrik "Volkstanz".
Ein geselliges Fest hängt im Wesentlichen vom Programm ab. Der Vorstand und Vereinsausschuss suchte deshalb fieberhaft nach einem abendlichen Programmpunkt als Alternative für die Volkstanzgruppe.
Seit 2006 wird ein Sägewettbewerb veranstaltet. Sowohl Männer als auch Frauen müssen innerhalb kürzester Zeit von einem in einer Fassung liegenden Baumstamm Scheiben abschneiden. Schnell stellt sich dabei heraus, dass nicht nur alleine die Muskelkraft, sondern die richtige (gemeinsame) Technik für einen Sieg die Voraussetzung ist. Bei den Vorbereitungsarbeiten für diesen Wettbewerb sind vor allem Willi Bürkl und Helmut Öchsel und Hubert Hirschbeck zu nennen, die extra einen "Steinbock" zum Aufliegen der Baumstämme entwarfen.
In mehreren Gruppen zu je zwei Personen geht dann zur Sache.
Leider musste heuer auf Grund der schlechten Witterung der Sägewettbewerb ausfallen.
Die Nacht, die gehörte DJ Basement - alias Jügen Regler - der mit fetzigen Party- und Stimmungsliedern die Gäste in unserer Umtrunkecke zu Cocktails u.ä. in Feierlaune brachte.
Und so ist es nicht verwunderlich wenn Morgens 08:00 Uhr der noch einige Feiernde am Lagerfeuer ausharren um in geseller Runde über das Eine oder Andere zu schwatzen.