Kirchliche Verhältnisse

Stattlicher Pfarrhof aus dem 17. Jahrhundert

Über die früheren kirchlichen Verhältnisse in unseren Dörfern sind wir insoweit informiert, als Kaldorf ursprünglich zur Mutterpfarrei Titting gehörte, während Petersbuch und Heiligenkreuz Filialen von Emsing waren. 1453 erhielt Kaldorf einen eigenen Frühmesner, der 4-mal in der Woche die hl. Messe lesen musste, am Sonntag aber so früh, dass die Kaldorfer noch rechtzeitig in das Amt nach Titting kamen.

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Glaubenszugehörigkeit

Blick ins Oberdorf mit vorwiegend Kniestöckelhäusern

Während der Weißenburger Herrschaft (1534-1629) machte sich natürlich auch der Einfluss des in der Reichsstadt dominierenden lutherischen Glaubens beim Volk in unseren Dörfern deutlich bemerkbar. Nach dem Grundsatz: "Cuius regio, ejus religio" versuchten die Landesherren dieser Zeit Druck auf den religiösen Glauben ihrer Untertanen auszuüben. Kein Wunder, dass nach einem Visitationsbericht von Priefer (1601) um das Jahr 1575 der neue Glaube sich schon so breit gemacht hatte, dass in Heiligenkreuz von 6 Häusern sich bereits 3 zum luth. Glauben bekannten, in Petersbuch von 31 Häusern 6 und in Kaldorf von 36 Häusern 14. Obwohl es also um das religiöse Leben in dieser Zeit weniger gut bestellt war, blühte dennoch in Heiligenkreuz ein reges Wallfahrertum. Bis zu 20 Prozessionen kamen alljährlich am Feste Kreuzerhöhung, und der Visitator Priefer war von dem Wallfahrtskirchlein so begeistert, dass er auf eigene Kosten den Altar erneuern ließ und ein Jahr darauf (1602) am Fest Kreuzerhöhung die Festpredigt hielt.

Mit den Erneuerungsbestrebungen des Tridentinischen Konzils bekam auch das rel. Leben in unseren Dörfern neue Impulse. 1659 wurde Kaldorf zur Pfarrei erhoben. Erster Pfarrer war Gabriel Bertrich. Gleichzeitig wurden Petersbuch und Heiligenkreuz von Emsing (bzw. von der Frühmesse Erkertshofen) abgetrennt und in die neue Pfarrei Kaldorf aufgenommen. 1709/10 gingen die Kaldorfer daran, das Langhaus ihrer Kirche neu zu bauen und das Turmobergeschoß aufzusetzen. Die Petersbucher taten es ihnen einige Jahre später gleich. Am Nikolaustag 1717 wurde ihre neue Kirche von Bischof Johann Anton I. Knebel von Katzenellenbogen eingeweiht.

Von dem regen religiösen Leben unter Pfarrer Thomas Golder (1745-1786) zeugt die Einführung der heute noch bestehenden Johann-Nepomuk-Bruderschaft im Jahre 1750. Die Heiligenkreuzer gingen 1770 an den Neubau ihrer Kirche; sie hatten aber anscheinend dabei so gespart, dass bereits 1829 ein abermaliger Neubau erforderlich war. Natürlich waren immer wieder Renovierungen und Veränderungen unserer Gotteshäuser (z.B. die Langhauserweiterung 1924 in Kaldorf) erforderlich, aber die Erwähnung aller Einzelheiten würde den Rahmen dieser kurzen Zusammenfassung sprengen. Auch von den bislang 23 Geistlichen, die in der Pfarrei Kaldorf gewirkt haben, seien nur die letzten gedacht:

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Geistliche in der Pfarrei

  • Pfarrer Josef Strigl (1867-1873)
  • Pfarrer Alois Vogl (1873-1885)
  • Pfarrer Karl Wieland (1885-1916)
  • Pfarrer Sebastian Ernst (1916-1926)
  • Pfarrer Dr. Anton Schmalzl (1926-1929)
  • Pfarrer Heinrich Strigl (1929-1972)
  • Pfarrer Michael Vögerl (1972-1989)
  • Pfarrer Josef Vidakowić (1989 - 1996)
  • Pfarrer Sebastian Vazhapilly (1996 - 1998)
  • Pfarrer Josef Vollnhals (1998 - heute)

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