Renovierung der Filialkirche St. Petrus in Petersbuch

Im Hinblick auf das Kirchenjubiläum 300 Jahre Filialkirche St. Petrus sollte eigentlich nur ein dringend erforderlicher Außenanstrich auf der Renovierungsliste stehen. Bereits bei der Begehung im Jahr 2016 mit dem Diözesanbauamt wurden jedoch umfangreiche Schäden an der Dachstuhlkonstruktion festgestellt. Die darauf erforderliche Befunduntersuchung durch das Ingenieurbüro Wolfrum aus Greding bestätigte den schlechten Zustand der Bausubstanz. Gerade die Traghölzer der Turmdachkonstruktion waren undicht und deshalb stark durch Fäulnis geschädigt. Nach Öffnung der Turmlaterne und Einsicht in den Spitzhelm kamen weitere Schäden zum Vorschein. Ebenso stellte Glockensachverständiger Thomas Winkelbauer den schwach dimensionierten Jochzapfen und dem negativen Anschlagverhalten der Klöppel ein schlechtes Zeugnis aus. Ergänzend dazu bot sich an, ein elektronisches Regelsystem zu installieren. Das Außengerüst für die anstehenden Dacharbeiten konnte so gleich genutzt werden, um die bestehende Stahlkonstruktion des Glockenturms durch eine solide Konstruktion aus Eichenholz zu ersetzen. In der Gesamtbetrachtung lag die Kostenschätzung bei etwa 350 000 Euro. Koordiniert wurden die Gewerke vom Architekten Josef Böhm aus Landershofen. Ein Großteil der umfangreichen Sanierungsarbeiten fanden im Chorturm statt. Geschädigte Holzabschnitte im Turm- und Spitzhelm wurden ersetzt, fehlende Verstrebungen verbessert und geschwächte Querschnitte vom Zimmerer überarbeitet. Eine Sonderbehandlung erfuhr die Turmlaterne, die aus massiver Eiche gefertigt ist. Komplett neu konstruiert bekam sie mit den Turmbögen eine Kupferblecheindeckung, die nun den nötigen Schutz bietet. Auch der Kaiserstuhl der Turmhelmspitze wurde statisch repariert und der Turm mit traditionellen roten Biberschwänzen neu eingedeckt. Eine statisch unzureichende Hochhängung des Überzuges hatte zur Folge, dass in der unterhalb liegenden Stuckdecke bereits unschöne Risse entstanden. Ebenso führten Traufenschäden, in Form von fehlenden Aussteifungen, zu einer Absenkung der Dachkonstruktion. Neben Malerarbeiten an der Fassade wurden auch kleinere Reparaturen an den Sprossen und Wetterschenkeln der Rundbogenfenster in handwerklicher Holzausführung nach historischem Vorbild durchgeführt. Begleitend zu der Sanierungsmaßnahme bekamen die Petersbucher Glocken ein neues Zuhause. Im Vorfeld wurde in Zusammenarbeit mit Thomas Winkelbauer an einer maßgeschneiderten Glockenstuhlkonstruktion gefeilt. Zunächst mussten die Glocken in das Gebälk oberhalb verlagert werden, dann wurde die stählerne Konstruktion ausgebaut. Über vier Kubikmeter Eichenholz mit passendem Holzfeuchtewert wurden vom Petersbucher Zimmermeister Gerhard Lang in höchster traditioneller Zimmermannskunst handabgebunden. Zu einer metallfreien Glockenstuhlkonstruktion, in der über 80 traditionelle Eichenholznägel und hölzerne Spankeile die Verbindungen darstellen. Es entstand ein handwerkliches Kunstwerk das zusammen mit dem Glockenensemble, bestehend aus der Petersglocke (760 Kilogramm), der Marienglocke (421 Kilogramm) und der dem heiligen Nikolaus von der Flüe geweihten 294 Kilogramm schweren Glocke, den nachfolgenden Generationen noch Hunderte Jahre später den Takt und Rhythmus im kirchlichen Dorfleben vorgeben kann.

Bilder zur Renovierung

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