70-jähriges Gründungsjubiläum

Die Tage zum Schützenfest rückten immer näher, und im „Bergschützen Jubeljahr“ wird der Verein von zwei Königinnen repräsentiert. Walli Miehling und Petra Winkler sicherten sich jeweils den Titel zur Schützen- bzw. Jugendschützenkönigin. Schützenmeister Michael Schneider spricht in diesem Zusammenhang von einem „verheißungsvollen Auftakt“ für das kommende Fest.

Bei den Vorbereitungen wurde gute Arbeit geleistet. Das Schießprogramm zum Gau- und Jubiläumsschießen wurde längst erstellt und genehmigt, und die Teilnahmezusagen von 40 Vereinen lagen ebenfalls bereits vor. Für den politischen Abend, er durfte im Wahljahr nicht fehlen, konnte kein Geringerer als Ministerpräsident a.D., Alfons Goppel, als Redner gewonnen werden.

Bei strahlendem Sonnenschein gab am 12. April 1980 die Jugendkapelle Petersbuch/Kaldorf den Auftakt im Hof der Gastwirtschaft Nieberler für das Gauschießen. Im neuen Saal begrüßte Schützenmeister Michael Schneider den Schirmherrn des Festes, Landrat Konrad Regler, den Gauvorstand sowie Pfarrer Michael Vögerl. Beim anschließenden Eröffnungsschießen gewann Gaujugendleiter Hans Meyer, gefolgt von Bürgermeister Willi Meyer, die Eröffnungsscheibe.

In den darauf folgenden Wochen gingen beim Gau- und Jubiläumsschießen über 800 Schützen an den Start. Waren doch die Preise, die es zu gewinnen gab, für die damalige Zeit nicht unattraktiv.
So winkte auf der Festscheibe dem Gewinner ein Barbetrag von 1.000 DM. Weitere Preise waren ein tragbarer Farbfernseher, ein Luftgewehr (der Marke Feinwerkbau), eine Garderobe, ein Radio-Recorder sowie 1 Schwein. Die Jubiläumsprämie listete ein weiteres Luftgewehr (diesmal ein Walther) als ersten Preis auf, gefolgt von Geldpreisen (600 DM und 500 DM). Schlussendlich summierten sich die angebotenen Geld- und Sachpreise zu einem Gesamtwert von weit über 15.000 DM. Ein wahrhaft stolzer Betrag. Die Einlage für das Schießen lag im Übrigen bei 14 DM für die Schützen und 12 DM für die Damen. Schüler und Jugendliche zahlten 10 DM.



Gauschützenfest

Am Donnerstag, den 05. Juni, dem Fronleichnamstag des Jahres 1980, begannen dann mit einem Gottesdienst und anschließender Prozession die Feierlichkeiten zum 70-jährigen Vereinsbestehen der Bergschützen.

Zahlreiche Gäste aus nah und fern fanden sich zur kirchlichen Feier in Kaldorf, die nach alter
Tradition von den Schützen begleitet wurde, ein. Mit dem Bieranstich durch den Schirmherrn und Landrat Konrad Regler folgte im Anschluss der Auftakt zum Gauschützenfest. Nach einem gemütlichen
Nachmittag im Festzelt und der Abholung des Patenvereins „Jura-Höhe“ RuBegleitung der Biberbacher Blaskapelle schließlich aus.

Ein Geschicklichkeitswettbewerb nach dem Motto „Wer traut sich?“ sorgte am darauf folgenden Freitag Abend für eine wahrhaft heitere Stimmung. Die Ehrendamen Angelika Risch, Petra Winkler und Gabi Schneider losten vier Gruppen (BayWa Eichstätt, „Juma“ Xaver Schöpfel, Sportverein Erkertshofen,
KLJB Kaldorf) unter den zahlreichen Betrieben und Vereinen aus. Unter der Moderation von Studienrat Konrad Kögler musste zunächst das Körpergewicht von drei Persönlichkeiten (Schirmherr und Landrat Konrad Regler, MdL Gustl Schön und 1. Schützenmeister Michael Schneider) erraten werden.
Es folgten im Anschluss verschiedene Spiele, bei denen die Gruppe der Firma Schöpfel schließlich die Nase vorn hatte. Das Non-Stop Programm endete mit der Siegerehrung (2. Platz ging an die BayWa, der 3. an den SV Erkertshofen, gefolgt von der KLJB Kaldorf) um 1 Uhr Nachts. Zwischendurch sorgten die Thalmannsfelder Trachtler für Aufheiterung.
Den musikalischen Teil des Abends bestritt die Burgenländer Blaskapelle, die als Gastgeschenk einen prächtigen Strohkranz und einige Flaschen besten Burgenländer Weins mitgebracht hatte.

Totenehrung im Kaldorfer Friedhof. Pfarrer Michael Vögerl erinnerte in seinen Worten an die verstorbenen Mitglieder, die sich um den Verein verdient gemacht hatten. Im Anschluss daran begrüßte der 2. Bürgermeister Willi Tratz die zahlreichen Gäste. Unter ihnen auch ehemalige Kaldorfer, Petersbucher und Heiligenkreuzer, die eigens zum Jubelfest eingeladen wurden. Gauschützenmeister Franz Fürsich lobte die vorbildliche Jugendarbeit und die gelungene Durchführung des Gauschießens. Mit besonderem Applaus wurden die Wiedergründungsmitglieder bedacht, die aus den Händen des Gauschützenmeisters und des 1. Schützenmeisters Michael Schneider Ihre Ehrenurkunden
in Empfang nahmen.

Bereits um 06:30 Uhr unterbrachen die Böllerschützen die über die festlich geschmückten Straßen und Häusern eingekehrte Ruhe und Stille mit einem Salut. Die Festkapelle und die Burgenländer Blaskapelle waren ebenfalls schon auf den Beinen und weckten mit forschen Klängen die Einwohner von Kaldorf,
Petersbuch und Heiligenkreuz aus dem Schlaf. Ein farbenprächtiger Kirchenzug führte – nach Abholung der Vereine – zum nahe gelegenen Platz hinter der Kaldorfer Schule, wo eigens ein mächtiger Steintisch als Altar diente. Ortspfarrer Michael Vögerl erinnerte in seiner Festpredigt daran, dass die Fahne „Symbol und Aufruf zur Gemeinschaft Gleichgesinnter, Bekenntnis zur Treue und Kameradschaft“ sei für die Menschen, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen.

Nach dem Frühschoppen und Mittagessen im Festzelt setzte sich am frühen Nachmittag der mit 70 Vereinen und außergewöhnlich starken Abordnungen vertretene Festzug in Bewegung. Sechs Musikkapellen sorgten für einen gelungenen Marsch. An der Spitze des Zuges die Festkapelle, gefolgt von derJugendkapelle Kaldorf- Petersbuch; es folgten der Schirmherr Landrat Regler, MdL Gustl Schön und MdL Manfred Dumann, Bundestagskandidat Horst Seehofer, Bürgermeister Willi Meyer mit dem Gemeinderat, dann der Jubelverein mit den Ehrendamen und dem Patenverein Rupertsbuch. Das Festzelt platzte aus allen Nähten und Bürgermeister Willi Meyer konnte mit Stolz dem Jubelverein ein Luftgewehr als Geschenk für die Jugendarbeit überreichen. Zugleich lobte er die Aktivität der Kaldorfer Schützen. Die wurde auch damit honoriert, dass Landesschützenmeister Balthasar Amler in den Reihen der Ehrengäste anwesend war. Nach der Verleihung der Erinnerungsbänder folgte die Preisverteilung des Gauschießens im Vereinslokal. Zugleich nahm im Festzelt Max Bauernfeind aus Biburg seinen Titel als Gauschützenkönig im Empfang.

In einem großen Festabend klangen die vier Jubeltage, unter der Begleitung der Festkapelle Kaldorf-Petersbuch schließlich aus.