Zeit von 1955-1980

Nach dem einmaligen Höhepunkt eines so großartigen Schützenfestes kehrte wieder der Schützenalltag ein. Die Zahl der Übungsschießabende – nunmehr wieder nur auf die Herbst- und Wintermonate beschränkt – ging leicht zurück. An den gesellschaftlichen Veranstaltungen hielt man jedoch dennoch fest. Das Königsschießen und das Strohschießen blieben feste Programmpunkte. Man
beteiligte sich in den folgenden Jahren regelmäßig mit einer Abordnung am Volksfestzug in Eichstätt. Auch der Schützenball an Fasching blieb Tradition.

Aber es ging aufwärts im Verein. 1956 leistete man sich einen Fahnenschrank und 1957 schaffte man sich für den Schützenkönig eine eigene Schützenkette an. Sie wurde von der Fa. Bilz, Eichstätt, um 102 Mark erstanden; die ersten Taler spendierte der Schützenmeister X. Risch. <

Die Einzelheiten der folgenden Jahre genau aufzuführen erübrigt sich. Gesellschaftliche Veranstaltungen wechselten mit den obligatorischen Schießabenden ab.

Das Jahr 1960 brachte einen Wechsel in der Vorstandschaft. Rupert Nieberler löste Xaver Risch im Amt des 1. Schützenmeisters ab und leitete bis 1967 die Geschicke der Bergschützen. Ab 1968 übte Johann Risch das Amt des 1. Schützenmeisters aus, sein Stellvertreter Xaver Stahr, der dieses Amt 14 Jahre inne hatte, wurde abgelöst von Simon Kirschner. Den Posten des Kassiers übernahm Michael Kammerbauer, den des Schriftführers Karl Kirschner jun.

Nicht nur in der Vorstandschaft fand ein Wechsel statt; im gesamten Verein vollzog sich in diesem Jahr ein Wandel. Man beteiligte sich zum ersten Mal bei den Rundewettkämpfen auf Gauebene. Damit kam zur gesellschaftlichen Komponente im Verein, verstärkt die sportliche hinzu. Ab jetzt kam es nicht mehr auf das gesellige Beisammensein bei den Schießabenden an, ab jetzt galt es sich mit den anderen Vereinen zu messen und um Punkte zu kämpfen.

Der erste Wettkampf in der C-Klasse Mitte, geschossen am 19. Oktober 1968, gegen Titting IV endete immerhin ganz ermutigend mit einem knappen Sieg von 878 zu 868 Ringen. Die Mannschaft stellten Xaver Stahr sen., Karl Kirschner jun., Rupert Amler und Andreas Riehl sen. Natürlich war auch ein neues Gewehr nötig, um gegen die starke Konkurrenz bestehen zu können. Die Fa. Zeitlinger lieferte es um 353 Mark.

Das gesellschaftliche Programm an Fasching wurde auf 2 Tanzveranstaltungen erweitert: Schützenball und Kehraus.

1971 wurden im Keller der neuerbauten Gastwirtschaft Nieberler 4 Schießstände eingerichtet und am 04. April des gleichen Jahres mit einem Eröffnungsschießen eingeweiht. Die Anschaffung von zusätzlichen Gewehren und einem Gewehrschrank wurde unabdingbar, nicht zuletzt dadurch, da sich bereits eine zweite Mannschaft für den Einstieg in die Rundenwettkämpfe vorbereitete. Der Mitgliederstand in diesem Jahr zählt 38 aktive, 11 passive Schützen sowie 6 Ehrenmitglieder.

Ein Jahr später, ein erfreuliches Ereignis: die Rundenwettkampfmannschaft stieg am 18. Februar in die B-Klasse auf. Der Einstand war für die Mannschaft (Rupert Amler, Pantaleon Haberkern, Andreas Riehl sen. und Karl Kirschner) ein stolzer Erfolg. Drei Jahre später folgte die im Jahr zuvor gebildete zweite
Mannschaft, Kaldorf II.

1973 vollzog sich ein neuer Wechsel in der Vorstandschaft. Johann Risch übergab nach vierjähriger Amtszeit die Verantwortung für den Verein an Michael Schneider. Unter seiner Ära wurde zum ersten Mal ein Jugendschützenkönig ermittelt. Alfred Regler errang als Erster diese Würde.

Während dieser Zeit setzten sich die Rundenwettkämpfe fort, und so gelang es 1976 der ersten Mannschaft (Lorenz Geyer, Simon Geyer, Alfred Regler, Karl Kirschner) in die A- Klasse aufzusteigen. Zugleich formierte sich eine neue dritte Mannschaft mit den Schützen Andreas Riehl sen., Rupert Amler, Johann Lang jun. und Ludwig Nieberle.

Weiterhin wurden bei den Gaumeisterschaften seit 1973 recht gute Plätze und Ergebnisse erzielt, die aber hier nicht im Einzelnen aufgeführt werden sollen.

Hauptziel der letzten Jahre blieb neben der steten Förderung des aktiven Vereinslebens der Bau einer neuen Schießanlage und die Vorbereitung des 70-jährigen Vereinsjubiläums. Der erste Wunsch ging in Erfüllung, als im Rahmen der Errichtung eines neuen Saales durch den Vereinswirt Rupert Nieberler der Kellerraum zu einem Schützenheim und einer großzügigen, modernen Schießanlage umgestaltet wurde. Am Sonntag, den 11. November 1979, erfolgte die feierliche Einweihung dieser Anlage. Der ortsgeistliche Pfarrer Michael Vögerl sprach in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, darunter Bürgermeister Meyer, Gauschützenmeister Fürsich und als Vertreter des Landrats Oberamtsrat Rindfleisch, die Segensgebete. Schützenmeister Schneider bedankte sich bei allen, die sich am Bau des neuen Schützenhauses beteiligt hatten. Insbesondere dankte er Schreinermeister Karl Kirschner, der viele Stunden geopfert hatte, um dem Raum ein einladendes Gepräge zu geben.

Mittlerweile liefen die Vorbereitungen für das Schützenjubiläum im Juni 1980. In zahllosen Sitzungen des Festausschusses wurden das Schießprogramm erstellt, die Einladungen versandt, das Festprogramm festgelegt und vieles mehr. Seit der Wiederbegründung des Vereins im Jahre 1955 haben sich die Rahmenbedingungen für Festivitäten solcher Art stark verändert. An dieser Stelle
sei nur ein kleines Beispiel genannt: Gerade mal zwei Musikkapellen spielten im Jahre 1955 beim Schützenfest auf. Nun, mehr als zwei Jahrzehnte später, konnten die Bergschützen 6 Musikkapellen verpflichten.