Zeit von 1981-2005

Nach den Anstrengungen und Strapazen der vergangenen Wochen und Monate wurde es wieder ruhiger im Verein. Der sportliche Bereich rückte wieder stärker in den Mittelpunkt des Vereinslebens. Die Teilnahme an Meisterschaften wechselte sich ebenso mit den allwöchentlich stattfindenden Rundenwettkämpfen ab. Als Vorbereitung und Training wurde der Mittwoch Abend regelmäßig
genutzt, um auch im Anschluss daran, in geselliger Runde über das Ein- und Andere zu plaudern.

Ein Jahr später, 1981, wählten die Mitglieder in einer außerordentlichen Mitgliederversammlungihren Vorstand. Schützenmeister Michael Schneider begrüßte eine stattliche Anzahl von Schützen - unter ihnen auch Ehrenschütze Pfarrer Michael Vögerl – und bedankte sich für die „besonders gute Zusammenarbeit“ im Vorstand. Bei der Wahl wird Michael Kammerbauer neuer Sportleiter der Bergschützen und folgt Andreas Riehl sen., der wegen seiner neuen Aufgabe als Feuerwehrkommandant auf eine Wiederwahl verzichten musste.
Die restliche Vorstandschaft wurde bestätigt. Das Amt des 1. und 2. Schützenmeisters übernehmen weiterhin Michael Schneider und Karl Kirschner. Alfred Regler bleibt Schriftführer und Lorenz Geyer Kassier. Die Funktion des Jugendleiters hat Xaver Stahr inne. Zur Pflege der Vereinsausstattung wird Klaus Amler als Zeugwart bestellt.

In den darauf folgenden Jahren stellten die drei aktiven Mannschaften der Bergschützen in den Rundenwettkämpfen ihr Können immer wieder unter Beweis. So zeigte die Abschlusstabelle von 1983 die erste Mannschaft bereits in der Gauliga (der damalig höchsten Klasse im Gau Eichstätt), die zweite Mannschaft in der B- Klasse sowie die dritte Mannschaft in der D- Klasse.

In den Wintermonaten, der wettkampffreien Zeit, hat sich zwischenzeitlich neben dem Preis- und Königsschießen, das Schafkopfrennen zu einem festen Programmpunkt etabliert. So wurden immerhin 21 Partien am Montag, den 21. Dezember 1983 im Vereinslokal Nieberler gespielt. 1984 erfolgten abermals Neuwahlen. Hier übernimmt Alfred Regler als zusätzliche Unterstützung für Jugendleiter Xaver Stahr das Amt des stellvertretenden Jugendleiters.

Während dessen hat sich ein paar Kilometer südlich von Kaldorf, in Eichstätt, über die Jahre hinweg eine Veranstaltung beim Volksfest zu einem immer größer werdenden Publikumsmagneten entwickelt. Die Rede ist vom sog. WkW (Wer kann Was) – Abend.
War es bisher die Teilnahme am Festzug, mit der die Bergschützen ihren Verein repräsentierten, so konnten sie sich an einem dieser Abende von ihrer besten Seite zeigen und sich „wie nach einem Olympiasieg“ fühlen. In verschiedenen Spielen mussten die Teilnehmer – aus Kaldorf, Schernfeld, Pfalzpaint und Titting – ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Im letzten Durchgang allerdings stellten sich die Kaldorfer Schützen gegen ihren Konkurrenten aus Schernfeld als nervenstärker voraus. Unter großem Jubel der Fans (etwa 200 Schlachtenbummler sollen es gewesen sein) nahm Schützenmeister Michael Schneider die 500 DM Preisgeld, das der Schützenjugend zugute kommen sollte, entgegen.

Doch gehen wir wieder zurück nach Kaldorf.
Dort feierte der Verein im Jahre 1985 sein 75- jähriges Bestehen. Am 02. Juli lud der Jubelverein neben dem Patenverein „Jura-Höhe“ Rupertsbuch, die Schützengesellschaften der Marktgemeinde Titting (Altdorf, Biburg- Stadelhofen, Erkertshofen, Morsbach, Titting) sowie die Vereine aus Pollenfeld, Raitenbuch - Reuth am Wald und Schernfeld – Schönau zu einer Feier im kleinen Rahmen ein. Dem Festtag ging ein Jubiläumsschießen, zu dem der Verein geladen hatte, voraus. Die von Josef Englhardt gemalte Festscheibe gewann mit 5 Teilern Anita Hahnenkamm aus Schernfeld, während sich die Mannschaft aus Pollenfeld mit 741 Ringen den ersten Jubiläumspokal sicherte.

Im gleichen Jahr waren die Kaldorfer Schützen austragender Verein des Marktgemeindepokalschießens.
Sage und schreibe 186 Schützen aus 6 Vereinen haben daran teilgenommen. Damals eine neue Rekordbeteiligung. Bei der Preisverteilung durften die Biburger Schützen den Gemeindepokal (Blattlwertung), der als sog. Wanderpokal ausgezeichnet ist, als Gewinner entgegen nehmen.
Den Mannschaftspokal (Ringwertung) sicherten sich die Limesschützen aus Erkertshofen.

In den darauf folgenden Jahren investierte der Verein ein enormes Maß an Zeit und Arbeit in die Jugendarbeit und –förderung. Galt es doch, den „kulturellen und gesellschaftlichen Auftrag“ zu erfüllen, wie dies Ortspfarrer Michael Vögerl in einer der traditionsgemäß am Sebastianstag (20. Januar) stattfindenden Schützenmessen in seiner Predigt hervorgehoben hatte.

Als Folge intensivem Trainings und gesundem Ehrgeizes erzielte Alfred Regler bei den Rundenwettkämpfen 1986 mit 369 Ringen den besten Durchschnitt, gefolgt von Xaver Stahr (362 Ringe) und Karl Kirschner (360 Ringe) sowie Lorenz Geyer (354 Ringe). Im gleichen Jahr sicherte sich die erste Mannschaft in der Gauliga den fünften Platz. (Ein Jahr später wurde sie Dritter). Zeitgleich schafften Willi Bürkl, Leo Kammerbauer, Willi Stahr und Ludwig Nieberle den erneuten Aufstieg in die B-Klasse. Die dritte Kaldorfer Mannschaft erreichte in der D-Klasse den fünften Platz. Für die Bezirksmeisterschaft in Fürth qualifizierten sich Helmut und Manfred
Bauer.

Am 14. September 1986, so ist der Chronik zu entnehmen, führte der erste Vereinsausflug der Bergschützen nach Bad Windsheim in das Fränkische Freilandmuseum. Ihm folgten noch viele weitere schöne Tagesfahrten, u.a. nach Straubing, in das Kleine Walsertal, nach Marienbad, zur Weltausstellung EXPO nach Hannover und zur Kulturstadt Heidelberg.

Ein Jahr später wählten erneut die Mitglieder der Bergschützen ihren Vorstand. Schriftführer Alfred Regler berichtet über eine sehr gute Beteiligung bei den Schützenfesten in Pfalzpaint, Denkendorf, Biburg, Altdorf und Solnhofen und Kassier Lorenz Geyer gibt bekannt, dass der Schützenball erstmalig Verluste gebracht habe. Bei den anschließenden Neuwahlen wird Schützenmeister Michael Schneider im Amt bestätigt. Ihm steht weiterhin Karl Kirschner zur Seite. Alfred Regler und Lorenz Geyer bleiben Schriftführer bzw. Kassier. Sportleiter Michael Kammerbauer wird ebenfalls im Amt bestätigt. Zum neuen
Jugendleiter wird Andreas Riehl sen. gewählt.

Beim einkehrenden Schützenalltag und den Trainingstagen am Mittwoch, Freitag (Jugend) und Sonntag (Jugend) zeigte sich immer deutlicher, dass ein konstantes Training (vor allem bei den Nachwuchsschützen) das A und O für einen erfolgreichen Schützen ist.

An dieser Stelle sei ein besonderer Dank anunseren 2009 verstorbenen Kammeraden Andreas Riehl sen., dem damaligen Jugendleiter, gerichtet. In unzähligen Stunden trainierte er die Schüler und Jugendlichen.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bei den Gaumeisterschaften im Jahre 1990 belegte die Mannschaft der Bergschützen den dritten Platz. In der Einzelwertung wurde Bettina Öchsel Gaumeisterin, während sich Birgit Geyer den Vize- Titel holte. Kurz darauf, bei den Bezirksmeisterschaften wurde sie, Bettina Öchsel, schließlich Bezirksmeisterin. Mit 176 Ringen sicherte sie sich den 1. Platz in der Schülerklasse.

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 1992, als beim Schützenball im Januar Birgit Geyer die Königskette in Empfang nehmen durfte. Das Besondere: Nach 13 Jahren „regierte“ wieder eine Schützenkönigin in Kaldorf. Sie folgte Walli Miehling, die 1980 die Würde in Empfang nehmen durfte.

Ein Jahr später, am 20. Januar 1993, vollzog sich in der Jahreshauptversammlung ein Umschwung. Bei den Neuwahlen stellten sich der bisherige 1. Schützenmeister Michael Schneider und sein Stellvertreter, Karl Kirschner, nicht mehr zur Verfügung. Schneider, der über ein Viertel des bisherigen Vereinsbestehens das Amt des 1. Schützenmeisters inne hatte, will der nächsten Generation den Vortritt lassen. Karl Kirschner, sein Stellvertreter, der ebenfalls seit 1973 den Verein repräsentierte, machte es ihm gleich. In einer geheimen Abstimmung wählte die Versammlung Alfred Regler zum 1. Schützenmeister, Andreas Riehl sen. wird sein Vertreter. Schriftführer wird Ludwig Nieberle und Kassier ist und bleibt Lorenz Geyer. Xaver Stahr übernimmt das Amt des Sportleiters, als Zeugwart wird Helmut Öchsel bestellt.

Zu einem Abend, bei dem die vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte rückblickend dargestellt werden sollten, laden die Bergschützen im April 1993 ein. In Form von Dias und einem Film, den Simon Nieberle 1980 bei der Bergschützen Fahnenweihe drehte, wollte man das Wirken zweier Mitglieder besonders
hervorheben.
In seiner anschließenden Laudatio würdigte Alfred Regler die Verdienste von Michael Schneider und Karl Kirschner. Beide gehörten knapp 20 Jahre dem Vereinsvorstand an. Karl Kirschner, der außerdem noch dienstältester Rundenwettkampfschütze der Bergschützen ist, durfte von Gauschützenmeister Franz Winterstein eine Ehrung in Empfang nehmen. Michael Schneider wurde zum Ehrenschützenmeister der Bergschützen ernannt.

Doch schon zwei Jahre später, am 05. Januar 1995, mussten die Bergschützen Abschied nehmen. Bei einem Unfall im nahegelegenen Forst verunglückte Michael Schneider tödlich. Acht Tage vor seinem 65. Geburtstag, am 13. Januar desselben Jahres, wurde der Ehrenschützenmeister unerwartet aus dem Leben gerissen. An einem eisigkalten Januartag sagte der Verein einem „Original“ und treuem Schützenkameraden im Petersbucher Friedhof Lebewohl.

Die Jahre vergingen wie im Flug. 1994 wurde erstmalig das Kirchweihschießenmit dem Motto „Jeder Schuß ein Gewinn“, ins Leben gerufen. In den Disziplinen Luftgewehr, Luftpistole und Bogenschießen starteten immerhin 56 Schützinnen und Schützen beim Gaudischießen.

1995 holten sich die Kaldorfer abermals den Gemeindepokal. Die von Bürgermeister Willbald Meyer gestiftete Ehrenscheibe sicherte sich Xaver Stahr mit einem 43 Teiler.

Zu einer Reduzierung des Kassenbestandes führte die Anschaffung neuer Schützenanzüge im Jahre 1996. Diese Investition war dringend erforderlich geworden, denn zum Einen passte dem ein oder anderen der Anzug nicht mehr, zum Anderen war es die Schützenjugend, die den Anzug u.a. zu Repräsentationszwecken bei Festumzügen dringend benötigte. Aus dieser Konsequenz und der Erhöhung der Abgaben an den Bayerischen Sportschützenbund erhöhte sich damals der Mitgliedbeitrag auf 36 DM.

Nicht nur die Anschaffung neuer Anzüge wurde für den Verein unumgänglich. Die Vereinsfahne, die im Jahr 1955 unter dem damaligen Schützenmeister Xaver Risch für 1.000 DM erworben wurde, konnte die Gebrauchsspuren der letzten vier Jahrzehnte nicht mehr verbergen. Eine Renovierung bei der Fahnenstickerei Kössinger wurde in Auftrag gegeben. In einem feierlichen Gottesdienst in der Kaldorfer Pfarrkirche St. Andreas segneten der Ortspfarrer Monsignore Vidakovic und der Benediktinerpater
Stephan die generalüberholte Fahne. Nach dem Festzug, dem die Blaskapelle Petersbuch vorstand, hoben der 1. Bürgermeister Martin Heiß und Gauschützenmeister Franz Winterstein im Vereinslokal Nieberler die Wichtigkeit eines Vereins und dessen Symbole in der Gesellschaft in ihren Gastreden hervor. Musikalisch wurde der Festakt von der Kaldorfer Stubenmusi und dem Männerchor
begleitet.

Die gleiche Zeit muss es gewesen sein, in der Vorstandschaft und Vereinsausschuss sich Gedanken darüber machten, mit welchen Mitteln das traditionelleMaibaumaufstellen am 30. April für die Gäste noch attraktiver gemacht werden könne. Die Lösung lies nicht lange auf sich warten; nach einigen Gesprächen stellte sich heraus, dass unter ihresgleichen ein engagierter Volkstänzer war, der Interesse hatte, eine eigene Gruppe ins Leben zu rufen. So entstand bereits nach kurzer Zeit eine neue Sparte im Verein; die sog. „Volkstanzgruppe“. Unter der Leitung von Hans Meng, begannen die intensiven Übungsabende im Saal des Vereinswirts. Mit ca. 20 Personen, die aus Mit- und Nichtmitgliedern des Vereins zusammenstellten, wurden Tänze wie der „Ochsentreiber“ oder das „Hiatermadl“ eingeübt. Der erste Auftritt der Gruppe, beim Maibaum Aufstellen am 30. April 1996, wurde ein voller Erfolg. Weitere Auftritte, u.a. beim alljährlichen Mühlenfest der Hainmühle in Morsbach am Pfingstmontag, folgten.

Im Lauf der folgenden Jahre wechselten sich die gesellschaftlichen Veranstaltungen, wie das Preis- und Königschießen, das Strohpatschießen und weitere, mit den sportlichen Veranstaltungen (RWK, Meisterschaften) ab. Auf die einzelnen Ergebnisse und Platzierungen wird hier jedoch nicht näher eingegangen.

Gehen wir vielmehr in das Jahr 2000, bei dem die Bergschützen ihr 90- jähriges Vereinsbestehen feierten. In einem Kirchenzug durch das prächtig geschmückte Dorf ziehen die Fahnenabordnungen der geladenen Vereine. Unter ihnen durfte auch die Delegation des Patenvereins „Jura-Höhe“ Rupertsbuch nicht fehlen. Im Freien feierte man gemeinsam einen Gottesdienst. Nach diesem begrüßte Schützenmeister Alfred Regler Vertreter der Politik, darunter die Landtagsabgeordneten Siegfried Schneider und Thomas Obermeier, Landrat Dr. Xaver Bittl, Bürgermeister Martin Heiß und Kreisrat Hans Bauernfeind, sowie des Gaues, recht herzlich in Kaldorf.
Nach Grußansprachen, Glückwünschen und einem gemütlichen Nachmittag, treffen am Spätnachmittag die Fußballer und Fans der DJK Kaldorf ein, die nach einem Doppelsieg der ersten und der zweiten Mannschaft in Langenaltheim ihren Aufstieg in die Kreisliga gebührend mitfeierten. Der Abend jedoch wurde wieder dem Schützensport gewidmet. Zum Einen wurden die Pokale und Preise des vorangegangenen Preisschießens, an dem sich 299 Schützen aus 14 Vereinen beteiligten, verliehen, zum Anderen ließ es sich Bürgermeister Martin Heiß nicht nehmen, die verdienten Sportler des Marktes auszuzeichnen. Beim Jubiläumsschießen fand unter anderem ein Pokalwettbewerb statt, bei dem jeder Verein einen Pokal, der aus heimischenJuramarmor und Edelstahl gefertigt war, in Empfang nehmen konnte.

Es war mittlerweile der Juni des Jahres 2000 und an den Temperaturen merkte
man, dass der Hochsommer nicht mehr weit weg war. Um diese Zeit bieten die Bergschützen vor allem ihren Nachwuchsschützen ein interessantes und abwechslungsreiches Sommerprogramm.
Ende Juli, meist kurz nach Beginn der Sommerferien, geht es mit Rucksackund Campingausrüstung zum gemeinsamen Zeltlager. Die Ziele sind recht unterschiedlich- wie 2004 - nach Dennenlohe bei Gunzenhausen.

Während des Augusts wurde im gleichen Jahr, in Kooperation mit der KLJB Kaldorf – Petersbuch, ein Tischtennisturnier ausgerichtet, und Ende August der Jugendtriathlon.

Anfang September begannen dann wieder die Rundenwettkämpfe, bei denen inzwischen, wir sind im Jahre 2003, fünf Mannschaften aktiv schießen. In den letzten Jahren wurden durch aktive Jugendförderung gute bis sehr gute „Sprösslinge“ herangezogen, die es sich natürlich nicht nehmen lassen wollen, ihr Können im Wettkampf unter Beweis zu stellen. Hier sind vor allem die Namen Markus Bittl und Christina Stahr zu nennen. Beide sehr erfolgreiche Schützen, die in dieser Zeit bei dem Bayerischen-, aber auch Deutschen Meisterschaften ständig präsent sind.
Aber auch die alten Hasen, wie Alfred Regler, kämpften (hier im Zimmerstutzen) immer wieder in den verschiedenen Wettbewerben bis hin zur Landesebene.

Das gesellschaftliche Vereinsleben rückte 2 Jahre später wieder für kurze Zeit verstärkt in den Vordergrund. Die Vorbereitungen für das 50-jährige Fahnenweih-Jubiläum waren längst im Gange und der 18-köpfige Festausschuss bereits gegründet. Alles konzentrierte sich auf die Vorbereitungen für das Preis- und Jubiläumsschießen und die Festtage in Kaldorf.