Geschichte

Geschichtliche Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Kaldorf

Bedingt durch die geologische Lage der Dörfer auf der Hochfläche des fränkischen Jura war das Element Wasser in den vergangenen Jahrhunderten Mangelware. In Brunnen und "Höllen" sammelten die Jurabewohner das Regenwasser mittels hölzerner Rinnen von den Schieferdächern, um Mensch und Tier mit Wasser zu versorgen. Jedes Gehöft hatte einen eigenen Brunnen oder zumindest eine "Hölle", aus denen mit einem Brunnaheikl und einem Schtandl (Eimer) das Wasser geschöpft wurde.

Daneben gab es in Kaldorf noch einen Gemeindeweiher, den Seich. Alle diese Wasserreserven waren nicht grundwassergespeist. Vor allem in heißen Sommermonaten, wenn längere Zeit der erquickende Regen ausblieb, versiegten diese Zisternen. So mussten die damaligen Bewohner von Kaldorf ihre Gäule, Ochsen oder Kühe vor ihre Fuhrwerke einspannen und mit Holzfässern das Wasser aus der Anlauter (Erzwäsche) bei Titting holen. Welche Anstrengung und Not dies bedeutete, wissen heute noch die älteren Bewohner zu berichten. Aber welch großer Schrecken musste damals einem Juden in die Glieder fahren, wenn das Feuerhorn geblasen wurde. Vor diesem Schreckgespenst konnte nur der heilige Florian bewahren.

 
Wissenswertes aus dem 19. Jahrhundert

Diese Angst vor dem Feuer wird auch aus den ortspolizeilichen Vorschriften um die Jahrhundertwende für die Gemeinde Kaldorf ersichtlich. So durfte kein "Reibfeuerzeug"(Streichhölzer) an Kinder und Geisteskranken verkauft werden, ebenso war das Trocknen von Wäsche am Ofen verboten. Zuwiderhandlungen wurden mit bis zu 60 Mark oder mit Haft von bis zu 14 Tagen bestraft.

Feuerpolizeilich vorgeschrieben war ebenfalls um die Mitte des 19. Jahrhunderts, dass in jedem Haus ein Eimer aus Leder bereit zu stehen habe, damit im Brandfalle in Minutenschnelle möglichst viele Löscheimer vorhanden waren. Betrat man ein Jurahaus durch die Eingangstür, hing dieser Eimer meist an einem Haken griffbereit von der Decke.

 
Die Zeit von 1900-1945

Ihre Bleibe hatte die Spritze und die Feuerlöschrequisiten im Spritzenhaus, das zwischen dem Anwesen Schulmann und Hadler eingezwängt war. Das Kaldorf nicht vom Feuerteufel verschont blieb darüber legte eine Steintafel an der alten Fachwerkscheune auf dem Anwesen von Kirschner Josef Zeugnis ab.

abgebrannt 19. Nov 1901
1902 wieder erbaut Nikolaus Stahr

Was war passiert? ältere Bewohner von Kaldorf beginnen zu berichten. In der Nacht soll die Bäuerin Barbara Amler (Peter) im Stadel junge Küken (Ziwili) gesucht haben. Mit einer Kerze in der Hand stolperte sie. Sofort fing das Stroh Feuer und in kürzester Zeit stand der ganze Stadel in Flammen. Alles was Hände und Füße hatte, rannte zur Brandstelle. Mit der Feuerspritze rückte die Feuerwehr aus. Mit Eimerketten musste das Wasser an den Brandort geschafft werden. Zu allem Unglück griff das Feuer auch noch auf den Stadel des damaligen Nachbarn Nikolaus Stahr über. Beide Scheunen brannten völlig nieder. Glücklicherweise konnte verhindert werden, dass das Feuer auf die Wohnhäuser übergriff.


ngste Vergangenheit


Nachdem die Friedensglocken die Menschen wieder aufatmen ließen, sich der Zweite Weltkrieg aber in die Gesichter dieser Genearation eingraviert hatte, begann sich auch allmählich das Leben in unserem Dorf wieder zu normalisieren. So formierte sich der Schützenverein langsam wieder neu und auch die Feuerwehr spielte ihre Rolle im gesellschaftlichen Leben weiter. Im Jahre 1963 unternahm die Gemeinde mit dem Bau eines Löschwasserbehälters in der Ortsmitte im Gemeindeweiher für 16.000 DM ein größeres Projekt für die Sicherstellung der Wasserversorgung. Ein Jahr darauf löste dann ein Tragkraftspritze TS 8/8 mit VW-Motor die Feuerlöschmaschine von 1907 ab.

Ausrücken musste die Freiwillige Feuerwehr Kaldorf zweimal bei Bränden in Petersbuch und einmal in Kaldorf bei einem Schwelbrand im Heustock des Landwirts Willi Bürkl. Der Umsichtigkeit des Kommandanten Eder ist es zu verdanken, dass kein größerer Schaden entstand.